Aktuelle Herausforderungen im Bereich Informationsversorgung bzw. -infrastruktur

Forschungsbedarf – Was bringt die Zukunft?

Für die Entwicklung neuer innovativer Informationsinfrastrukturen, die konsequent Content, Technik und Service verbinden, beschäftigen wir uns mit folgenden generellen Forschungsfragen:

  • Welche Art von Information stellt in Zukunft einen „Wert” dar? Welche Produkte und Dienstleistungen werden damit verbunden sein?
  • Welchen Informationsbedarf haben Nutzer in Zukunft? Welche Dienstleistungen und Services benötigen sie, um diesen zu decken? Wofür sind sie bereit zu zahlen?
  • Wie wird sich das Nutzungs- und Zugriffsverhalten ändern – bei der Suche von Information und im Umgang mit den Ergebnissen? Was sind die „Treiber” für die Veränderung?
  • Wie werden sich die Nutzungs- und Zugriffsrechte ändern? Wie wird sich der Schutz des geistigen Eigentums ändern?
  • Wie kann man den Kunden im Umgang mit der zunehmenden Komplexität der Informationslandschaft unterstützen?
  • Wie kann man durch Integration noch gezielter die Bedürfnisse der Kunden abdecken?

Ein hochaktuelles Thema ist z. B.:

Big Data

Im Rahmen des stark anwachsenden Volumens an Daten und Informationen bekommenThemen wie Semantik, Vernetzung, Mining und Analyse eine immer größere Bedeutung. Die schiere Menge und auch die Heterogenität der Daten sind mit intellektueller Bearbeitung allein nicht zu bewältigen. Semantische Methoden und standardisierte Erschließungsmechanismen müssen die Voraussetzungen für die maschinelle Verarbeitung solcher Daten schaffen – dies entspricht der Idee des Semantic Web.

Fragen sind hier z. B.:

  • Wie macht man die schnell anwachsenden Mengen an relativ unstrukturierten Daten und Informationen nutzbar, um daraus neue Erkenntnisse zu gewinnen?
  • Wie filtert und analysiert man Daten und Informationen, um neue Zusammenhänge und Trends zu erkennen?
  • Wie sehen Informationsinfrastrukturen zur Integration von „eigenem” und „verteiltem” Content, Software und Services aus? Welche neuen informationsbasierten Angebote und ganzheitlichen Dienstleistungen entstehen daraus?
  • Welche Konzepte und Services sind notwendig, um die damit verbundenen vielfältigen rechtlichen Fragestellungen frühzeitig und verlässlich zu klären?

Vor diesem Hintergrund fokussiert unsere angewandte Forschung und Entwicklung aktuell auf die Themenbereiche:

  • Informationserschließung und -verbreitung: Dazu gehören im Wesentlichen Themen wie Text Mining, semantische Methoden, Aufbau von Ontologien sowie Analyse und Visualisierung, aber auch Rechtemanagement, Nutzungs- und Lizenzmodelle für Daten und Informationen.
  • Datenmanagement: Hier werden Fragestellungen bearbeitet, die an der Schnittstelle zwischen Forschung/Entwicklung und Informationstechnologie angesiedelt sind, z. B. zu geeigneten Speicherstrategien auf technischer und organisatorischer Ebene, zu (verteiltem) Policy- und Rechtemanagement, zu Analyse und Visualisierung, zu adäquater Beschreibung durch Metadaten sowie Langzeitarchivierung. Die wachsenden Datenmengen erfordern massiv parallele Systeme (z. B. Grid- und Cloud-Architekturen) und die Berücksichtigung von Prinzipien und Best Practices aus dem Big Data-Umfeld.

Service – mehr als nur das Help-Desk”

„Service” in Form von Kundenservice wird in Zukunft eine neue Ausprägung bekommen. Die reine Help-Desk Funktionalität, die Unterstützung zur Benutzung der Produkte liefert, wird sich zu einem gewissen Teil überleben, da die Produkte an sich zum größten Teil selbsterklärend sein werden. „Service-Gesamtpackages” werden zu entwickeln sein.

Für uns bedeutet das:

Die FIZ Karlsruhe-Produkte stellen „Bausteine/Module” für die Informationsinfrastrukturen der Kunden dar, die über ihre (offenen) Schnittstellen erfolgreich integriert werden. Damit gewinnt auch „Service” eine neue Bedeutungsdimension. Entsprechende Qualifikationen sind notwendig: Kommunikation, Bewertung der Kundenanforderungen, fachliches und interdisziplinäres Know-how, soziale und interkulturelle Kompetenz.